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Antiquariat am Moritzberg

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L’art du facteur d’orgues. Editio princeps. 4 Teile und Tafelband in 2 Bänden.

Bedos de Celles, François: 2 Bl., XXXII , 536 S., 1 Bl., S. 537-676 (recte 678) Mit 137 Tafeln, davon 36 teils mehrfach gefaltet. Folio (41,5 x 26,5 cm). Lederbände des 20. Jhdts (Rückenschilder aus altem Material). Ein Werk von einzigartiger und herausragender Bedeutung für das Sujet, das "bis in die Gegenwart hinein die Grundlage der meisten dem Orgelbau gewidmeten Schriften" geblieben ist (vgl. MGG I, 1494-99). Jeglicher Aspekt in Theorie und Praxis des Orgelbaus wurde von Bedos (1709-79), der selber Organist war und mehrfach Orgeln restaurierte oder baute, in aller wünschenswerten Konsequenz und Präzision behandelt und auch bildlich auf den Kupfern dargestellt. Gering berieben; Rücken schwach verblaßt; Titelei mit breitem Randabschnitt und neu aufgezogen; teils leicht fleckig bzw. die Tafeln in der Falz leicht leimfleckig; ca. 10 Falttafeln mit Einrissen oder Läsuren in der Falz (meist hinterlegt); die große Falttafel der Weingartener Orgel (die Bedos selbst besucht hatte) mit längerem, hinterlegtem Einriß; Teil IV, der 12 Jahre nach den ersten Teilen und im Jahr vor Bedos' Tod erschien, aufgrund der minderen Papierqualität gebräunt und im Papier brüchig, dadurch über 50 Bl. mit Beschädigungen. "Der (im ursprünglichen Plan des Werkes nicht vorgesehene) 4. Tl., der auch die das Gesamtwerk betreffenden Register enthält, ist der Kleinorg. (Hausorg., Positiv, Portativ, Regal), den mechanisch betriebenen, mit Org.-Pfeifen besetzten Spielwerken und Bastardinstr. (mit einem Flügel, einer Drehleier o. dergl. kombinierte Org.-Werke) gewidmet. " (ibd. 1498) FR
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Mercurii philosophici firmamentum Firmianum descriptionem et usum globi artificialis coelestis). Editio princeps. Nur Tafelband (ohne Text).

Thomas, Corbinian: Mit 84 kolorierten Tafeln (12 gefaltet, 1 mehrf. gefaltet), durchgehend goldgehöht. Quer-Kl.4° (16,5 x 21,5 cm). HLeder d. Z. mit Rückenschild und reicher -vergoldung. Deckel berieben bzw. beschabt; Ecken und Rücken unter weitgehender Verwendung des alten Materials restauriert, dabei auch Heftung teils erneuert; Vorsätze angeschmutzt und (leim-)fleckig, vorne auch Besitzvermerk von 1909; teils finger- bzw. stockfleckig; die mehrfach gefaltete "Tabula synoptica" mit restauriertem Einriß, ebenso die Tafel "Virgo"; Bl. 12 mit kl. Eckeinriss (hinterlegt); einige kleinere Randläsuren. Trotz der Mängel ein beeindruckendes Exemplar in prachtvollem Altkolorit: strahlende Farben in präzisem und differenziertem Auftrag, glänzende Vergoldung. Dargestellt sind astronomische Instrumente, Schemata von kosmologischen Theorien, Armillarsphären, Himmels- und Erdgloben, eine Windrose, zwei Mondkarten, eine Karte des Salzburger Landes und auf 54 Bl. Sternbilder beider Hemispären (borealis - australis), darunter die des Tierkreises. Die Kupferstiche wurden ausgeführt von A. C. Fleischmann, J. C. Bernd und J. Hering und sind in ihrer barocken Ikonographie vermutlich angeregt von den astronomischen Arbeiten Hevelius', A. Kirchers und G. B. Ricciolis: Die Pracht eines absolutistischen Fürstentums ist nur die Widerspiegelung des himmlichens Glanzes. Corbinianus Thomas (1694 Augsburg - 1767 Salzburg), Benediktiner, Astronom, Mathematiker, Professor (1721), dann Bibliothekar, Vicedirektor und Prokanzler der Universität Salzburg (vgl. Poggenorff II, 1096); er lehrte auch Exegetik, Hermeneutik, Rhetorik (sprach "ciceronisches Latein") und Orientalistik. Bl. 2 zeigt möglicherweise sein Porträt; Thomas widmete vorliegendes Werk dem Fürsterzbischof Leopold von Firmian. Vgl. Biogr. Lex. d. Kaiserth. Österr. 44, 251f; Salzburgwiki (Dez. 2019). Weitere Abbildungen via email auf Anfrage - please ask for further pictures. DE
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Ohne Titel . Tuschezeichnung und Aquarell auf leichtem gelblichem Karton, rechts unten signiert mit “GROSZ” Achtung: Vermutlich eine Fälschung!

Grosz, George (zugeschrieben): Blattgröße 299 x 207 mm. Unter Passepartout, in Interimsrahmung mit Glas in Museumsqualität. Dargestellt ist ein stämmig-dicklicher Mann mit Quadratschädel, Schnäuzer, Bowler-Hut und grimmig-selbstgefälliger Miene, die Hände in den Hosentaschen und sich so breiter und wichtiger machend (vgl. beigefügte Photographie). Eine Reproduktion des Blattes ist als dreiundzwanzigstes und ohne Kolorierung aufgenommen in den "Spiesser-Spiegel" (zuerst Dresden, Reissner, 1925). Vermutlich handelt es sich bei vorliegendem Blatt um eine Fälschung von unbekannter Hand, entstanden ca. 2000; es läßt sich in keiner Bibliographie verifizieren. Sein erstes Erscheinen war in der Schweiz, dann in Boston (USA), dann in Irland; die Existenz des Blattes und sein Weg im Handel sind den zuständigen Behörden bekannt und waren Gegenstand einer Ermittlung. Mit dem Erwerb versichert der Käufer, obigen Hinweis gelesen und verstanden zu haben, außerdem, das Objekt nur dann an Dritte weiterzugeben, wenn diese ebenfalls über die mutmaßliche Fälschung unterrichtet wurden, und erklärt sich einverstanden, in einer eventuellen staatsanwaltlichen Untersuchung, z. B. bzgl. Hehlerei oder Betrug, als aktiv Beteiligter genannt zu werden. Eine Bestellung zum Erwerb des Objektes wird nur akzeptiert, wenn sie in rechtsgültiger, schriftlicher Form (Brief) erfolgt und die gesamte hier vorliegende Beschreibung des Objektes als unterschriebene Kopie enthält. Graphik DE
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Abbildung Des Indianischen Christen-Staats, Aus dem Französischen ins Teutsche übersetzet. Nach dem Original durch und durch verbesserte und mit vielen vom Herrn Autore schriftliche communicierten Zusätzen vermehrte Andere Auflage Welche noch mit verschiedenen neuen Anmerckungen und Erläuterungen, wie auch einem besondern Anhang von dem Königl. Dänischen Mißions-Geschäfte versehen von Georg Christian Bohnstedt.

Veyssière de la Croze, Mathurin: 7 Bl., 764 S., 45 Bl., 64 S. Mit gest. Frontispiz (Christenprogrom) und 2 Kupfertafeln (Vishnu und Shiva); Titel in Rot und Schwarz. 8°. Kalbsleder d. Z. auf 5 Bünden, mit Rückenschid und reicher -vergoldung (Franzband). Es fehlt die gestochene Übersichtskarte; an den Kapitalen mit kleinen, kaum störenden Fehlstellen; gering gebräunt; Vorsätze am Rand mit Leimabklatsch. M. Veyssière (1661Nantes -1739 Berlin), polyglotter Kaufmannssohn, bereiste schon als 14jähriger die Antillen, trat 1677 sein Novitiat in Saumur an, konvertierte 1696 in Basel und emigierte als Hugenotte nach Berlin, wo er 1697 Bibliothekar und Lehrer der königl. Kinder wurde. Sein Oeuvre ist umfangreich wie seine Philosophie-, Geschichts- und Sprachkenntnisse (vgl. Jöcher I, 2218f). Vorliegende Missionsgeschichte Indiens befaßt sich u. a. ausführlich mit dem Nestorianerstreit, der Gründung des Bistums Goa, dem Hinduismus etc. Der Übersetzer Bohnstedt geht in seinen Zusätzen ein auf die dänischen (protestantischen) Missionserfolge des frühen 18. Jhdts. DE
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Theoricae Novae Planetarum, ab Erasmo Reinholdo Salueldensi pluribus figuris auctae, & illustratae scholijs, quibus studiosi praeparentur, ipsius Ptolemaei. Recens editae & auctae nouis scholijs in Theoria Solis ab ipso autore. Inserta item methoda tractatio de illuminatione Lunae. Und zwei weitere Titel im selben Band.

Peuerbach (Peurbach, Purbach), Georg von: 8 Bl., fol. 247, 1 w. Bl. Mit 3 Holzschnitt-Falttafeln und 80 Holzschnitt-Textabbildungen. 8°. Pergament d. Z. auf 5 durchzogenen Bünden, mit hs. Rückentitel. Angebunden Johannis de Sacrobosco (hier Sacro Busto): Libellus de sphaera. Accessit eivsdem avtoris comtvs Ecclesiaticus, Et alia quaedam, in studiosorum gratiam edita. Cvm Praefatione Philippi Melanchthonis. Wittenberg, Seitz, 1578. 2 Teile (Teil 2 mit dem Titel: Libellvs Ioannis de Sacro Bvsto, de Anni ratione, seu ut uocatur uulgo, Computus Ecclesiasticus. Cvm Praefatione Philippi Melanchthonis. (Am Schluß:) E. Reinhold: Themata quae continent methodicam tractationrm de Horizonte rationali et sensibili. Auf Zwischentitel datiert mit 1558). 66, 70 Bl. (die letzten 2 weiß); mit über 55 Holzschnitt-Textabbildungen und 2 -Falttabellen. Angebunden Tabvlae ascensionvm rectarum et obliqvarvm, ad elevationem poli grad: 32.33.48.51. & 52. vtiles ad doctrinam ascensionum, et constituendorum thematum coeli, in Sphaericis quaestionibus expositam, recte intelligendam. Adiectae sunt et tabvlae, quae ostendvunt, que signa recte, queue oblique, in ijsdem eleuationibus poli oriantur & occidendant: Item, Tabula declinationis partium Zodiaci. Wittenberg, Crato, 1564. 8 Bl. mit 15 Tabellen. (Zinner 2355 löst das Anonym nicht auf; keine Hinweis bei Holzmann/B.). I. Zinner 2951; VD16 P 2067; Graesse V, 510. II. Zinner 2850; VD16 ZV 8728. Zum Herausgeber Erasmus Reinhold (Saalfeld 1511 - 1553, Prof. der Mathematik in Wittenberg seit 1536) vgl. Poggendorf II, 598, der ihn einen "der ersten Anhänger des Copernikanischen Systems" nennt, der in vorliegendem Titel auch schon "der unvollkommenen Camera obscure erwähnt". Peuerbach selbst (1423 - 1461), u. a. nach Studien in Rom bei Kardinal de Cusa und Ferrara bei Blanchini, war Lehrer des Regiomontanus und wurde mit dem im Sammelband ebenso vertretenen Sacrobosco kanonisch für den mathematischen und astronomischen Unterricht der beginnenden Neuzeit (vgl. Poggendorf II, 422). Dieser (John of Holywood, John of Holybush), ca. 1195 (Nithsdale, Schottland) - 1256 (Paris), war Lehrer der Astronomie und Mathematik an der Universität Paris; seine Sphaera sind das wahrscheinlich einflußreichste astronomische Werk des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit, ein "Standardwerk des Quadriviviums" (Bibl. Palatina, E 4.5); er betrieb eine intensive Rezeption der arabischen Astronomie und führte die arabischen Zahlen in die europäische Wissenschaft ein. Etwas fleckig, gebräunt und bestoßen; vorderes Innengelenk angeplatzt; Vordervorsatz fehlt, papierbedingt gebräunt; auf vorderem Innendeckel unleserliche Glosse; auf hinterem Vorsatz hs. Tabellen; kleiner getilgter Besitzeintrag auf Titelei; bewegliches Papierteil auf fol. 91 des ersten Teils fehlt, ebenso wie 3 bewegliche Papierteilchen im zweiten Titel. LA
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Opus concionatoriû (.): quadrifariamq divisum. Sermões Hyemalis d têpore. Sermones estivales d têpore. Mariale festa b. virg. cõtinens. Sanctorale vel sermões d sctis. Hg. Wolfgang Angst. 4 Teile in 1 Band.

Postinkunabel aus Hagenau - Porta, Santius de (Sancho): Fol. 136, 2 Bl. (letztes weiß), 10 Bl., fol. 141, 1 w. Bl., fol 98 (recte 113), 1 w. B., 6 Bl., fol. 76, 12. Mit 4 Holzschnitt-Titelbordüren, jeweils aus 4 Leisten anders zusammengesetzt; Titeleien von 1 und 3 in Schwarz und Rot. 2°. Holzdeckelband d. Z. mit braunem, reich geprägtem Kalbslederbezug, abgeschrägten Kanten, Titelschild am Deckel und Rücken, hs. Titel am Fußschnitt sowie Blattweisern. Vollständige Predigtsammlung des Benediktinermönches Sancho Porta aus Saragossa (ca. 1350- 1429) in einem aufwändigem Lederband d. Z. auf 4 Doppelbünden mit Streicheisenlinien, Rollenstempeln und Einzelstempel (Rauten, Rosen, herzförmige Seeblätter, Lilien, Akanthusgerank etc.) aus dem Benediktinerkloster Tegernsee (dreizeiliger Erwerbsvermerk auf Vorderspiegel, datiert 1520), sowie weiterer Vermerk auf hint. Spiegel. Lederbezug mit einigen Wurmlöchern, am Rücken und den Gelenken etwas rissig; Beschläge und Schließen entfernt; der breitrandige, zweispaltige Druck mit sehr wenigen hs. Glossen und 2-3 Tintenflecken; Bl. LXXII/I mit alt hinterlegtem Randeinriss. Insgesamt ein schönes und beeindruckendes Exemplar. VD16 1648ff; Palau VI, 144; STC 712; Zimmermann: Bayr. Kloster-Heraldik, S. 156f; Jöcher III, 1711: Porta "predigte aber einst so scharff vor Benedicto XIII, daß ihn dieser in Verhafft nehmen ließ". LA
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Wolfenbüttelsches Adreß-Buch auf das Jahr 1841. Zweite Ausgabe.

V, 146 S. Mit lithogr. Frontispiz (Schloß Wolfenbüttel) nach C. Bunos Kupferstich von 1652, ausgeführt von Oehme & Müller (Braunschweig), sowie das Stadtwappen als Titevignette; verso Titelei das Stadtwappen als montiertes Rundsiegel. 8°. Lithogr. OKartonage. Laut KVK (August '19) nur 3 weitere Exemplare bekannt (UB Frankfurt, LB Hannover, HAB Wolfenbüttel); bei dem anonymen Herausgeber handelt es sich vermutlich um den Magistrats-Sekretair Heinrich Ludwig Morgenstern, seinerzeit wohnhaft in der Neuestr. 128. Zum Stecher des Frontspizes, Conrad Buno (1613-1671; Mitarbeiter Merians, dem er insges. 225 Vorlagen von Ortsansichten lieferte), vgl. auch Jarck (Brsg. Biogr. Lex., S. 122), der Bunos Bedeutung für Wolfenbüttel darstellt, wo er z. B. als Ratskämmerer tätig war, die Tochter eines Bürgermeisters heiratete, für den Herzog arbeitete, eine Verlagsbuchhandlung gründete etc. Beiliegend ein Zeitungsausriss von 1912 (über den Wappenschmuck an der Herzoglichen Kreisdirektion) und eine Postkarte, datiert 1912 und von einem Fritz Karner gerichtet an den Inspector Fr. Jeep, mit welcher jener berichtet, dass "ungefähr 1840" eine Famile Wrede von einem Herrn von Unger für "nur" 500 eine Immobilie gekauft hat, die von der Oker und dem "jetzigen" Spinnereigelände begrenzt war. Die Namen Wrede und von Unger tauchen im Übrigen im Adressbuch auf, wobei es sich bei von Unger wahrscheinlich um den Kammer- und Stadtrath handelt, wohnhaft am Schloßplatz 44. Der Postkarten-Adressat Fr. Jeep hat das Buch bzw. seine Einträge einer eingehenden Bearbeitung unterworfen, d. h. zahlreiche Ergänzungen, Verbesserungen, Glossen, Korrekturen, Präzisierungen etc. auf Vorsätzen, Rändern oder zwischen den Zeilen in Bleistift angebracht, die dies Exemplar trüffeln und insgesamt für die Lokalhistorie von erheblichem Interesse sein dürften. Berieben, bestoßen und gebräunt; Rücken angebrochen und mit transparentem altem Pergamentpapier verstärkt, dabei auch die losen Deckel fixiert; teils gebräunt und etwas fleckig. Weitere Abbilungen via email auf Anfrage. DE